Am 7. Juli 2017 wurde in der Tagesschau des Schweizer Fernsehens SRF Markus Müller portraitiert. Er ist Stellensuchender und orientiert sich mit Hilfe der OTP beruflich neu. Unser Coach Tessa Richter begleitet diesen Prozess im Rahmen eines Outplacements. Wir haben ihr dazu ein paar Fragen gestellt. Und von Markus Müller wollten wir wissen, was ihm das Outplacement gebracht hat. Es gibt ein Happy End.

Liebe Tessa, Markus Müller hat es durch sein Portrait im Schweizer Fernsehen zur besten Sendezeit zu einer gewissen Bekanntheit gebracht. Wie kam es dazu?
SRF hatte zum Thema „berufliche Neuorientierung 50+“ eine Sendung geplant und deshalb bei der OTP angefragt, ob wir einen entsprechenden Klienten haben, der bereit wäre, in der Sendung mit zumachen. Ich habe Herrn Müller vorgeschlagen, weil das Projekt gerade sehr aktuell war und es besonders spannend ist.

Markus Müller war Informatik-Projektleiter und möchte nun als Quereinsteiger im Kulturmanagement eine neue Aufgabe finden. Unterstützt Du im Rahmen des Outplacements solche Wünsche?
Besonders wenn sie eine reelle Chance haben, unbedingt! Herr Müller hat diverse Ausbildungen im Kulturbereich (als Sänger und Kulturmanager) sowie viele Jahre Erfahrung als Produzent von Musicals, und eigene Auftritte an renommierten Orten.
Wenn ich sehe, dass der Wunsch eines Klienten einen soliden Boden hat, unterstütze ich ihn immer. Das spürt und erkennt man schnell. Wenn es nicht klar ist, unterstütze ich den Entscheidungsprozess, bis er vollkommen klar ist und wir gemeinsam den gangbaren Weg gefunden haben.

Wo siehst du die grössten Hürden für einen Quereinsteiger? Sind Arbeitgeber überhaupt an solchen interessiert?
Die grösste Hürde sehe ich darin, dass Arbeitgeber oft einen zu engen Fokus haben: sie suchen Mitarbeitende, die genau das schon gemacht haben, was sie brauchen, in derselben Branche und mit einer qualifizierten Ausbildung.
Wenn man es allerdings schafft, einen persönlichen Kontakt zur neuen Branche herzustellen und man sich anders präsentiert als üblich, wird man dadurch attraktiv. Oder man stellt eine Verbindung zur neuen Arbeitswelt her, z.B. durch eine Weiterbildung oder frühere Positionen. Dann ist es durchaus möglich, Erfolg zu haben. Es ist immer eine Frage davon, für den künftigen Arbeitgeber ein Brücke zu bauen, sodass es für ihn oder sie einfach ist, auf mich zuzugehen und zu erkennen, wie ich in das Unternehmen/Projekt passe und was ich beitragen kann.

Solche alternativen Suchbereiche können eine Chance sein, vor allem bei über 50-jährigen Stellensuchenden. Wo siehst du die Vorteile?
Klienten 50+ haben grosse Vorteile: sie haben Erfahrungen in vielen verschiedenen Gebieten. Sie haben vernetzte Kompetenzen und haben gelernt, nicht so schnell aufzugeben. Sie haben Vieles schon mit Erfolg gemacht. Und, wenn man sie daran erinnert, wissen sie wieder, was sie wollen und was sie können.
Durch ihr Wissen und Erfahrung haben sie eine gewisse Weisheit und Gelassenheit, die junge Menschen meist nicht haben können. Sie bringen dadurch eine Dynamik der Sicherheit und des Vertrauens in ein Team, zusammen mit einer langfristigen Perspektive. Sie haben Vieles kommen und gehen sehen und wissen, was Bestand haben könnte.

Wie gelingt es dir, Klienten mit Wunsch nach beruflicher Neuorientierung optimal zu unterstützen?
Indem wir zuerst ihre Erfolge und ihr Potenzial analysieren. Und ich gebe ihnen die Gelegenheit, sich mit mir über andere Wünsche und Optionen auszutauschen. Oft liegen da Dinge brach, für die die Zeit jetzt reif ist. Sie haben in der Zwischenzeit die nötige Erfahrung, die richtige Motivation, Einstellung und Selbstvertrauen. Wenn die Zeit reif ist, öffnen sich viele Türen einfacher.

Nochmals zu Markus Müller: was hat ihm der Bericht in der Tagesschau gebracht? Gibt es ein Happy End?
Ja, es gibt auf tatsächlich ein Happy End. Dank unseres Coachings hat Herr Müller den wichtigsten Schritt machen können (laut eigenen Angaben) hin zu einem neuen Selbstbewusstsein. Der Prozess weg vom IT-Manager hin zu einem Musikproduzenten war zuerst entscheidend für den jetzigen Erfolg. Da er als IT Manager gearbeitet hat und damit sein Leben finanziert hat, hat er sich als IT Manager mit Nebenberuf Musik gesehen.
Wir haben das über die Monate umgekehrt: jetzt ist er Kulturmanager mit viel IT Know-how. Das macht ihn für die Kulturwelt attraktiv. Als vollwertiger Kulturmanager und professioneller Musiker hat er ein anderes Auftreten und andere Möglichkeiten.
Als Folge seines Auftritts in der Nachrichtensendung von SRF, wurde er mehrfach von diversen namhaften Firmen/Kulturschaffenden angesprochen. Er hat ein Angebot erhalten für eine 40% Stelle als Produzent und ist in Verhandlungen für die restlichen 60%. Dazu hat er mehrere Angebote, welche er aktuell prüft.

Er hat tatsächlich den Sprung in ein ganz anderes neues Berufsleben geschafft!

Von Markus Müller wollten wir wissen, wie er seine Situation erlebte, mit über 50 Jahren seine Stelle zu verlieren und wie es kam, dass daraus für ihn eine tolle Chance entstand:

Markus Müller, wie haben Sie die Situation erlebt?
Mit 50 Jahren die langjährige Arbeitsstelle zu verlieren ist herausfordernd trotz guter Ausbildung. Obwohl ich mich zuerst gesträubt hatte externe Unterstützung in Form eines individuellen Outplacements Coaching anzunehmen, war der Austausch mit einer neutralen Person sehr hilfreich. In Momenten, wo ich das Gefühl hatte, alles ist möglich, aber nichts geht, hat mich mein Coach Tessa Richter aufgebaut und mich wieder in die richtigen Bahnen geleitet damit ich mich nicht verliere.

– Was hat Sie zur Teilnahme in der Tagesschau bewogen?
Als Kulturmanager und Sänger bin ich mir Öffentlichkeit gewohnt und habe dies als Chance gesehen, mich, resp. meine Situation zu präsentieren in der Hoffnung, dass sich jemand meldet…

– Was hat Ihnen das Outplacement mit OTP gebracht?
Das Outplacement hat mich gestärkt und mir selber aufgezeigt, wer ich bin, was ich will und vor allem auch was ich kann und mitbringe. Mir wurde klar, dass ich kein Bittsteller für eine neue Arbeitsstelle bin, sondern eine Bereicherung für potentielle Arbeitsgeber. Dies nicht in überheblicher Form, sondern ganz objektiv gesehen!

Für die Interviews

Thomas Diener und Tessa Richter

OTP

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